Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte
Diagnostik und Therapie von reflektorischen Schmerzursachen
des Bewegungssystems in der Arztpraxis
Zum Konzept
Chronisch persistierende bzw. rezidivierende Schmerzen oder Beschwerden des Bewegungssystems führen zu häufigen Beratungsanlässen in den Arztpraxen, wobei die Patienten oft mehrere Ärzte konsultieren. Bei der Untersuchung und Behandlung steht meist der Körperteil im Fokus, wo die Schmerzen auftreten, zum Beispiel die Halswirbelsäule: Es erfolgt eine Untersuchung der HWS via MRT, die Diagnose benennt die Schmerzregion nach ICD 10 (z.B. M53.82 HWS-Syndrom) und als Heilmittel wird in der Regel Fango, Manuelle Therapie oder Massage in der Halsregion verordnet. Ähnlich trifft es auch für die meisten anderen schmerzenden Körperregionen zu. Eine anhaltende Besserung der Beschwerden ist so oft nicht zu erreichen.
Grund hierfür ist, dass die beklagten Krankheitssymptome (z.B. Nackenschmerzen) häufig durch im ZNS organisierte reflektorische Schutzprogramme mitbestimmt oder gar vorgetäuscht werden. Dabei sind die eigentlichen Ursachen (z.B. Verkürzung der Fußmuskeln) oft entfernt vom Beschwerdeort (z.B. Nacken) lokalisiert.
Ziele der Fortbildung sind:
- Erlernen von Analyse- und Untersuchungstechniken zur Ermittlung von reflektorischen Schmerzursachen
- Erstellen von ursachenbasierten Diagnosen nach ICD 10 sowie Heilmittelverordnungen, d.h., die sich am Ort und der Art der Ursache orientieren anstatt an dem schmerzenden Körperteil
- Therapeutische Anwendungen in der Arztpraxis im Sinne eines kausalen Ansatzes
→ Erst wenn die Ursache behoben ist, kann eine anhaltende Linderung der Beschwerden erwartet werden!
Zurückzuführen ist dieses Untersuchungs- und Therapiekonzept v.a. auf die Erkenntnisse des Schweizer Neurologen und Psychiaters Alois Brügger (1920-2001). Er prägte erstmals den Begriff des „pseudoradikulären Syndroms“ und ermöglichte durch seine Forschungen zum Bewegungssystem die Differenzierung von reflektorisch verursachten Muskel- und Gelenkschmerzen vs. lokaler Schmerzen.
Zu meiner Person: Seit fast drei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit der Analyse und Therapie reflektorischer Schmerzen, zunächst als Physiotherapeutin, später als Ärztin in der Klinik sowie in eigener ambulanter Praxis.
Durch die stetige Anwendung bei Patienten der Orthopädie, Traumatologie, Neurologie, Inneren Medizin, Pädiatrie sowie mit Querschnittlähmung hat sich in Kombination mit weiteren Verfahren mittlerweile ein speziell für die Arztpraxis modifiziertes Analyse- und Therapiekonzept etabliert. Die daraus abgeleiteten kausalen Therapieansätze zeigen sich vornehmlich erfolgversprechend bzgl. einer andauernden Beschwerdelinderung.
Das erwartet Sie zur zweitägigen Weiterbildung:
1. Erlernen von Untersuchungstechniken zur Ermittlung von reflektorischen Schmerzursachen
2. Erstellen von ursachenbasierten Diagnosen nach ICD10 und Heilmittelverordnungen, d.h., die sich am Ort und der Art der Ursache orientieren anstatt an dem schmerzenden Körperteil
3. Theoretische Grundlagen:
- Patho-Neurophysiologie zentralnervös organisierter reflektorischer Schmerzen
- Biomechanik der aufrechten Körperhaltung als Grundlage für die Haltungs- und Bewegungsanalyse
4. Viele praktische Übungen:
- Interpretation von Krankheitssymptomen im Sinne zentralnervös organisierter Schutzprogramme
- Ursachenbasierte Analyse- und Untersuchungstechniken in Partner- und Gruppenarbeit sowie anhand Patientenvideos
- Therapeutische Anwendungen in der Arztpraxis am Ort der Ursache (z.B. Narben-Infiltrationen, thermische Anwendungen)
Datum |
Samstag, 05.04.2025 (8.30 Uhr) - Sonntag, 06.04.2025 (14.45 Uhr) | |
Ort |
Facharztpraxis für Physikalische und Rehabilitative Medizin Zamenhofstraße 65, 01257 Dresden |
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Referentin |
Dr. med. Heike Steglich Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin |
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Kosten |
360,00 EUR |
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Zertifizierung |
19 Fortbildungspunkte der Sächsischen Landesärztekammer |
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Informationen und Anmeldung |
Facharztpraxis Dr. med. Heike Steglich, Zamenhofstraße 65, 01257 Dresden, kontakt(at)arztpraxis-phys-reha.de, Tel.: 0351-796 707 68 |